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Interview mit Hochzeitsplanerin Peggy "Ich bin ein absoluter Geber- und natürlich Macher-Typ."

Aktualisiert: Juni 9

Kannst Du uns ein bisschen über Dich erzählen?

Mein Name ist Peggy und ich komme ursprünglich aus Sachsen. Und da die Sachsen ein reiselustiges Völkchen sind, habe ich dreizehn Mal den Wohnort gewechselt, bis ich in Hamburg gelandet bin. Ich war immer kreativ, wusste aber lange Zeit nicht, in welche Art von Beruf das münden könnte, von daher habe ich sehr viele verschiedene Sachen ausprobiert.


Im Jahr 2000 absolvierte ich ein Theaterstudium in New York und habe mich dort in alles verliebt, wo „Martha Stewart“ draufstand und auch den Beruf der Hochzeitsplanerin zum ersten Mal kennengelernt.


Es war jedoch noch zu früh, so etwas in Deutschland anzubieten. Ich habe mich recht schnell selbständig gemacht und viele Jahre frei als Event- und Medienmanagerin (u.a. für Wohnzeitschriften) gearbeitet und vermutlich stets auf den richtigen (Markt-)Moment gewartet. Der Businessplan für die Hochzeitsplanung lag zumindest immer in der Schublade. Erst an meinem 40. Geburtstag im Jahre 2016 hatte ich den Mut, das nötige Knowhow sowie die Kontakte, um meinem Herzenswunsch zu folgen. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Heute plane und dekoriere ich mit meiner Firma Pretty Beautiful Events Hochzeiten und andere Festlichkeiten, arbeite als Stylistin, Floristin und auch als Workshopleiterin (z.B. für Kinder) auf Events.


Was ist Dein Lieblingscafé, Restaurant oder Ort in Hamburg und wieso? Ich liebe es, auf der Alster zu segeln und habe ganz neu für mich das Café Malina in Barmbek entdeckt. Die Einrichtung sowie die Köstlichkeiten auf der Speisekarte sind zauberhaft.

Welcher Spruch beschreibt Dein Lebensmotto am besten?

Seit 2016 trage ich einen Armreifen, in den folgender Spruch eingraviert ist: „Everything you need to know, is already within you“. Dieser Spruch bringt eine für mich fundamentale Wahrheit auf den Punkt. Auch ich habe, wie bestimmt viele andere Menschen auch, lange und im „Außen“ nach meiner Berufung gesucht und jetzt, wo ich sie gefunden habe, weiß ich, dass alles immer schon da war und ich nur nicht genug an mich geglaubt habe. Jüngeren Menschen gebe ich heute gern mit auf dem Weg, dass „der Weg entsteht, indem man ihn geht“ und man sich nicht so viele Gedanken darüber machen soll, bei welcher Weggabelung man rauskommt. Viel entscheidender ist, sich auf – irgendeinen – Weg zu machen. Unsere Herzen führen uns von ganz allein zu den richtigen Menschen und Umständen.


Was ist das Schwierigste in dieser Branche?

Die schwierigsten Themen mit denen ich derzeit zu kämpfen habe, sind die hohe körperliche Belastung und die permanente Wochenendarbeit. Im Sommer sehe ich meine Freunde nur wenig und meine Familie muss arg zurückstecken in dieser Zeit. Ich freue mich regelmäßig auf den Herbst und den Winter, wobei die Zahl an Winterhochzeiten zugenommen hat. Es ist wichtig, sich Auszeiten zu nehmen und gut für sich zu sorgen. Dennoch überwiegt die Freude am Beruf und ich bin schon viel besser darin geworden, zu delegieren. ☺

Hat sich die Branche in irgendwelcher Weise verändert? Sie ändert sich permanent und das gilt wohl für jede Branche. Ich persönlich bin natürlich froh darüber, dass sich Paare mittlerweile dafür entscheiden, für die Planung ihres großen Tages Hilfe anzunehmen. Erst ca. 2016 war in meinen Augen der Beruf des Hochzeitsplaners salonfähig. Mit mir sind zeitgleich 8 neue Planerinnen in Hamburg gestartet.


Was ist Dein Lieblings-Part in dieser Branche zu arbeiten? Jede Hochzeitsplanerin hat unterschiedliche Stärken, auch wenn sie alle Bereiche beherrschen muss. Mein Lieblingspart ist neben der Dekoration die Arbeit an einer gemeinsamen Kreativ-Vision (Look & Feel) bei der alle Planungsdetails dieser Version untergeordnet werden. Wenn am Ende alles aus einem Guss erscheint und auch dramaturgisch zur richtigen Zeit die richtige Stimmung geschaffen wurde, ist das eine absolute Gänsehaut-Erfahrung - für das Paar und auch für mich. Da kommen meine Theater-Wurzeln doch wieder durch. Zudem helfe ich unheimlich gern anderen Menschen, ich bin ein absoluter Geber- und natürlich Macher-Typ.

Was ist das Schönste an Deiner Arbeit?

Das Schönste ist, dass ich so viele tolle Menschen kennenlernen darf und mich immer wieder darüber freue, wenn jemand (z.B. die Schwiegermutter), die mir zunächst noch skeptisch gegenüber stand, mich im Laufe der Zusammenarbeit so lieb gewinnt und so dankbar ist, dass nur noch eine Adoption oder Freundschaft auf Lebenszeit infrage kommt. Als Hochzeitsplanerin ist man ja nicht nur Dienstleister des Brautpaares, sondern muss auch den kritischen Blicken und Urteilen der gesamten Gästeschar standhalten. Das erfordert makellose Manieren, Anpassungsfähigkeit und viel Fingerspitzengefühl in der Kommunikation.


Verlierst Du Dich manchmal bei der Arbeit?

Stets und ständig, vor allem wenn ich kreativ arbeite, z.B. den Brautstrauß herstelle. Es gibt immer diesen Punkt, an dem ich jegliches Zeitgefühl verliere und nur noch im Flow bin. Es gibt jedoch auch diese lustige Anekdote von der (netten) Schwiegermutter, die mir mehrmals versucht hat, eine Tasse Kaffee hinzustellen, die ich nie getrunken habe, weil ich so unter Strom stand. Dabei habe ich mir immerfort einen Kaffee von ihr gewünscht, der dann leider immer kalt geworden ist.


Wird es jemals langweilig auf der Arbeit? Es wird niemals langweilig, auch wenn bestimmte Tätigkeiten sich einander ähneln oder Routine sind. Gäbe es diese Routinen nicht, würde ich eher durchdrehen, denn auch die anderen To-Dos halten mich gut auf Trab. Jedes Paar und jede Hochzeit ist individuell und die „Probleme“ die auftauchen können, sind mannigfaltig. Manche davon sind so abstrus, dass man sie sich bei Tageslicht kaum ausmalen kann. Auch wenn ich schon vieles erlebt habe und mich „mit allen Wassern gewaschen“ fühle, verliere ich nie den Respekt vor der Aufgabe und spüre stets auch den Druck und die emotionale Anspannung eines jeden Hochzeitstages. Ehrlich gesagt: Wenn ich bei der Zeremonie mit dem Brautpaar weine, passiert das auch, weil ich mich darüber freue, dass bis dahin nichts schief gegangen ist und der Druck langsam nachlässt.

Vermischt sich dein Privatleben und Arbeitsleben manchmal?

In meinem Job gibt es kaum Privatleben. Wenn man den Job ernst nimmt, muss man auch für eine Braut da sein, die vor lauter Aufregung nicht schlafen kann und abends um 11 eine WhatsApp-Frage hat. Ich versuche 100% authentisch zu sein, mit allen Pros- und Contras meiner Persönlichkeit. Dazu gehört natürlich auch, Grenzen zu setzen, dort wo sie notwendig sind, aber ich bin ich und ich bin meine Marke. Anders könnte ich es nicht durchhalten, zumal man sich im Laufe der Zusammenarbeit extrem nahe kommt.


Wie viele Aufträge nimmst Du gleichzeitig war?

Mehr als zehn Hochzeiten gleichzeitig zu planen (neben alle den anderen Dingen, die ich tue), finde ich extrem herausfordernd. Oftmals überlappen die Termine zum Glück partiell, aber ich möchte meinen Kunden gerecht werden und dazu gehört auch, Familienzeit und Pausen einzuplanen, damit ich mich entsprechend erholen kann, zumal es einfach keine Option ist, dass ich in irgendeiner Form ausfalle. Zum Glück war ich die letzten drei Jahre bis auf eine kleine Erkältung nicht einmal krank, auch ein Zeichen, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe.


Hast Du schon einmal eine "Bridezilla" angetroffen?

Mehr als einmal, ja. Aber wie heißt es doch so schön: „What happens in Vegas, stays in Vegas“. ☺ Ich kann total nachempfinden, dass man an solch einem Tag, auf den man so lange hingeplant hat, nervlich etwas instabil ist. Zum Glück werden aus allen Bridezillas nach der Hochzeit wieder tolle Frauen, die sich hinterher x-fach entschuldigen.

Wirst Du manchmal emotional bei der Arbeit? Selbstverständlich. Ich bin doch auch nur ein Mensch. Aber ich handele niemals aus persönlichen oder emotionalen Gründen, wenn in einer Situation eine professionelle Entscheidung gefragt ist.


Wie sieht bei Dir ein ‘normaler’ Tag aus? Viele viele Emails, Telefonate, Paperwork, aber auch Sourcing Trips. Morgen treffe ich mich mit einer Braut, um den perfekten blauen Stoff für ihr Tischtuch zu finden. Zum Glück habe ich tolle Bezugsquellen, wo ich zum Einkaufspreis bestelle.


Gibt es Personen zu denen Du aufschaust? Ich besitze viele tolle Bücher z.B. von Martha Stewart, Colin Cowie und Preston Bailey. Hier schaue ich immer mal wieder rein, weil die so irre Sachen umgesetzt haben.


Bist Du sehr organisiert oder eher intuitiv?

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich beides bin. Wenn es darauf ankommt, bin ich eine To-Do-Listen, Excel-Tabellen und Power-Point Queen. Wenn es nicht so drauf ankommt: Alles aus dem Bauch heraus.


Was tust Du mit Brautpaaren, die sich nicht entscheiden können?

Dazu habe ich neulich den schönen Spruch entdeckt: “Eventplanner: Someone who does precision guesswork, based on unreliable data by those who can‘t make up their mind.” Das sagt doch alles oder?

Nein, im Ernst, als professionelle Beraterin führe ich selbstverständlich Entscheidungen herbei und bringe die Brautpaare dazu, irgendwann z.B. die „Pinterest Speisekarte“ zuzuklappen. Eine klare Vision, auf die sich alle vorher committen, hilft zum Beispiel dabei.



Fotografie von Victor Gottselig & Nicole Siemers

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