„...So eine Trauung ist schön für das Herz...", Traurednerin Ulrike im Interview


Kannst Du uns ein bisschen etwas über Dich erzählen?

Also, die harten Fakten sind, dass ich 36 Jahre alt bin, vier Kinder habe und einen tollen Mann. Als gelernte Aussenhandelskauffrau wurde mir ziemlich schnell klar, dass diese doch traditionelle und Büro- geprägte Arbeit nichts für mich ist. Vom Büro aus in Bad Oldesloe kann ich wunderbar Paare von Ostsee bis Elbe besuchen. Ich liebe es mit glücklichen Menschen zusammen zu sein und ich bin ein absolutes Organisationstalent - sonst würde es ja schon zu Hause nicht klappen. Mein Weitblick hilft mir immer wieder, und ich habe das Herz nicht nur auf dem rechten Fleck, sondern trage es auch auf der Zunge. Wenn ich mich freue, dann merkt das wirklich jeder … und ich kann nur Vollgas geben! Klar, bin ich auch diskret, aber immer mit Herzblut dabei.


Was ist das Schönste an Deiner Arbeit?

Das Schönste an meiner Arbeit ist, dass ich meine Talente einbringen und anderen Menschen damit eine Freunde machen kann. Ich liebe es, frei zu arbeiten und mein Knowhow weiterzugeben. Als Dienstleisterin steht der Kundenwunsch an erster Stelle - gepaart mit der Erfahrung aus 8 Jahren Hochzeitsrednerin kommen so die besten Ergebnisse heraus. Das Flair bei einer Hochzeit ist unvergleichlich: Ich liebe es, mich dezent in Schale zu werfen, mein Equipment bereitzulegen (wie ein Ritual) und dann mit guter Musik im Auto zur Location zu fahren, in der langsam alles aufgebaut wird. Wenn der erste Gast sich gerade auf den Weg macht, ist schon alles parat. Die Trauzeremonie als ein Höhepunkt des Tages, eine Mischung aus Aufregung, Sicherheit, Freude und tiefen Emotionen liegt in der Luft. Davon ein Teil zu sein - dieses Gefühl ist einfach super.


Wieso hast Du Dich für mylocalwedding entschieden?

Ich stolperte auf Insta über mylocalwedding und es sprach mich als Herzens-Hamburgerin total an. Wir vereinbarten kurzfristig ein Kennenlernen und es ging so weiter, wie ich es gehofft hatte: Auf einer Welle, total persönlich und mit dem Fokus auf wunderbare Hochzeiten. So, als wenn man eine langjährige gute Bekannte trifft, war schnell klar, dass wir eine Haltung haben. Familie ist Prio eins, Beziehungen und freundschaftliche Verhältnisse der Grundstein für eine tolle Zusammenarbeit.




Warum hast Du Dich auf die Hochzeitsbranche spezialisiert?

Als Gast war ich schon bei sehr vielen Trauungen dabei - und immer fiel mir etwas auf, das ich gern perfektioniert hätte, wenn ich involviert gewesen wäre. Aber warum eigentlich immer "wäre"? Ich habe den Traum also zum Beruf gemacht und mich angeboten, freie Trauungen durchzuführen und schon nach wenigen Tagen haben mir die ersten Paare ihr Vertrauen geschenkt, das ich noch nie enttäuscht habe. Wer möchte nicht gerne dazu beitragen, wenn einer der schönsten Tage im Leben gestaltet und zelebriert wird? Es ist magisch, die Geschichten der Paare zu hören, und da ich immer bis zu acht Herzensmenschen des Paares miteinbeziehe, habe ich eine gute Connection zu diesen Gästen. Ich fühle mich dann nicht mehr nur als die Rednerin, sondern als ein Teil der Menschen, die sich freuen, dass sich das Paar gefunden hat und das Leben miteinander verbringen will. Wie eine Freundschaft auf Zeit, und manchmal darüber hinaus.


Wie gehst Du mit Herausforderungen im Job um?

Klar, manchmal wird es stressig, aber zum Glück bin ich selbst Teil einer tollen Großfamilie und habe immer Rückendeckung von meinen Liebsten. Und wenn's mal nicht so läuft, wie geplant, sei es, dass es regnet, stürmt oder etwas anderes dazwischen kommt: Ich lasse mir nicht so schnell die Laune verderben, sondern suche immer das Positive - und stecke damit möglichst viele andere an.


Welchen Rat würdest Du Neulingen geben?

Mein Rat an Neulinge? Seid ihr selbst und hört auf das Herz und nicht nur darauf, was in der Literatur steht oder Hollywood von sich gibt. Ich denke, dass die Paare zuverlässige, aufrichtige Ansprechpartner mit Herz und Verstand brauchen.





Wie können Brautjungfern und Trauzeugen Dich unterstützen?

Brautjungfern und Trauzeugen sind ganz oben auf meiner Kontaktliste. Ich rufe sie an und maile ihnen alle möglichen Fragen zum Paar, die Antworten kann ich dann bei Bedarf galant in die Rede einfließen lassen, aber ich erhalte auch viele Hintergrundinfos, die für die Rede und die Zeremonie wichtig sind. Oft sind bei einem Austausch auch viele Aha-Momente dabei. Das Ritual, das ich für das Paar plane, bespreche ich auch gern mit den Trauzeugen. Oft stelle ich zwei Varianten vor und ziemlich schnell herrscht Einigkeit, was am aller allerbesten passt.


Was wird häufig unterschätzt bei der Hochzeit?

Ich denke, es wird oft unterschätzt, dass die Gäste schnell Hunger haben. Ich gebe darum immer den Tipp, für ausreichend kleine Snacks zu sorgen, auch wenn es sowieso Kaffee, Kuchen und Abendessen gibt. Man hat einfach doch Hunger - und Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Außerdem finde ich es schön, wenn es bei der Trauung neben Sitzplätzen für die ältere Generation auch einen Bereich für Familien gibt. Familien mit Kindern erschrecken sich oft, wenn sie starre Sitzreihen sehen. Wenn man das etwas auflockert durch eine Decke an der Seite, oder Stehtische im hinteren Bereich sind Eltern gleich entspannter, können die Kleinen im Arm wiegen, oder sich neben das Kleinkind setzen ohne zu stören oder weggehen zu müssen.


Was machst Du wenn sich ein Paar nicht entscheiden kann?

Wenn sich ein Paar nicht entscheiden kann, versuche ich die Wahl einzugrenzen auf zwei bis maximal drei Möglichkeiten. Zu jeder erkläre ich das Pro und Contra und erzähle aus meiner Erfahrung. Bei jedem Paargespräch fertige ich eine To-Do-Liste an, damit das Paar nicht auch noch mitschreiben muss. Die Entscheidung kommt dann drauf und nach einigen Tagen hake ich nach. Dann ist die Entscheidung schon meist gefallen, weil es nach ein paar Mal drüber schlafen doch nicht so schwer war.


Wie sieht ein normaler Arbeitsalltag bei Dir aus?

Normaler Arbeitsalltag? Oh das gibt es bei mir nicht. Mal ist ein Tag ganz durchgeplant, mal ist nichts geplant und es kommen viele Telefonate, Mails und Briefe dazwischen. Aber egal, wie der Tag auch aussieht, ich habe mein Handy dabei, darauf bin ich über Whattsapp, Threema und Signal, Mail und Telefon erreichbar für die Paare und deren Ansprechpartner. Meist versuche ich abends alles, was reingekommen ist, abgehakt zu haben. Also gehe ich oft spät ins Bett. Nur die Mahlzeiten mit meiner Familie und das Ins-Bett-Bringen meiner Kleinsten sind heilige Zeiten, in denen ich nicht erreichbar bin.


Was ist ein besonders schöner Moment, den Du erlebt hast?

Ein wunderbarer Moment war, als die Oma einer Braut noch vor meinem Schlusswort aufstand und sagte „Liebe Enkeltochter, du hattest Recht.“ Alle schauten die alte Dame erwartungsvoll an, weil sie dachten, die Ansprache sei abgemacht. Die Dame sagte dann weiter „So eine Trauung ist schön für das Herz.“ Als sie sich setzte, wurde applaudiert und ich hatte Gänsehaut, weil ich wusste, wie viel der Braut der Zuspruch der Oma bedeutete.


Was ist das ausgefallenste Motto, das Du in der Trauung hattest?

Das Ausgefallenste, was ich erlebt habe, war eine Halloween-Hochezeit mit einem unglaublich herzlichen Paar, das ganz straight und ehrlich seinen Stil durchzog, genau so, wie ich es mir für Paare wünsche. Die anfängliche Irritation über „Grusel“ war schnell komplett verschwunden, als ich zwei herzensgute, offene Menschen traf, die für die Liebe und für den jeweiligen Partner brannten. Es war eine große Ehre, diese besondere Zeremonie durchzuführen und ich war mehr als froh über das gute Feedback des Paares und der Gäste.


Wann ist eine Hochzeit perfekt für Dich?

Eine perfekte Hochzeit ist es dann, wenn das Paar sagen kann „So wollten wir es haben, und alles, was anders war als geplant, war auch genau richtig.“ Mein perfekter Part ist, wenn es nachher heißt „Warum gehen Sie denn schon? Sind sie etwa gar nicht mit dem Paar befreundet?“ Das ist ein tolles Signal für mich, dass es maximal persönlich war.


Gibt es auch Trauungen, die schwierig sind? Und was ist das Besondere daran?

Klar gibt es das leider auch. Ich traf schon mehrfach Paare, deren Familien nicht viel miteinander anfangen konnten, und selbst ein Paar, dessen Familien nicht für die Hochzeit waren. Das sind dann Rahmenbedingungen, in denen ich noch sensibler als sonst vorgehe. Sehr diskret führe ich die Gespräche und verzichte ggf. auch auf Redebeiträge der Gäste. Mein Auftrag liegt dann mitunter auch in einer Art Versöhnung und ich nehme es mir wirklich zu Herzen, einfühlsame Worte in die Richtung, dass die Liebe über allem steht, zu finden. Bisher gelang es mir zum Glück gut. Auch Hochzeiten mit Patchwork-Konstellationen können etwas tricky sein. Jeder hat ein Vorleben, oft mit Kindern, die dabei sind. Das Vorleben zu respektieren und keinesfalls zu schmälern, ist ebenso wichtig, wie in eine gemeinsame Zukunft zu schauen.





Wie hat sich Deiner Meinung nach die Branche verändert?

Die Branche hat sich verändert, da sie in meinen Augen viel professioneller geworden ist. Manchmal steigen die Erwartungen auch dadurch etwas zu sehr, denn z.B. kann ich noch immer nicht Sonnenschein bestellen, kenne aber einen guten Zeltverleih. 😊 Außerdem beginnt das Buchen der Dienstleister immer früher. Mittlerweile sind es 18-12 Monate im Voraus, in denen mich Paare ansprechen. Das wird dann für spontanere Paare schwierig. Doch meist findet sich eine Lücke, da ich selten jedes Wochenende eine Trauung durchführe.


Wie fühlst Du Dich nach einer Trauung?

Eine Mischung aus super glücklich, total müde und voller Tatendrang. Am Liebsten würde ich dann sofort den Laptop aufklappen und die nächste Rede zu Ende schreiben, richtig euphorisch. Gleichzeitig denke ich jedes Mal im Auto: Wow, wie können die Gäste jetzt nur feiern? Ich wäre viel zu k.o. Aber dann fällt mir ein, dass einfach die Anspannung von mir abfällt und sich ein tiefes Glücksgefühl breit macht.



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